Monat: August 2015

Distanzsport zurück in Neustadt (Dosse)

Premiere für den CEI im Brandenburger Haupt- und Landgestüt

In den vergangenen Jahren war wiederholt die Frage nach einer Neuauflage des einst so beliebten Distanzrittes in Neustadt (Dosse) aufgekommen – sowohl seitens der Stiftung Neustädter Gestüte als auch seitens vieler Distanzreiter. Als im vergangenen Jahr der Neustädter Landstallmeister Dr. Jürgen Müller a.D. gegenüber VDD-Ehrenpräsidentin Dr. Juliette Mallison die Idee erneut aufbrachte, wurden Nägel mit Köpfen gemacht: Hand in Hand stellten die CEI-erfahrene AG Mitteldeutschlanddistanz und die renommierte Stiftung ein internationales und nationales Event auf die Beine, das am Ende viel lobenden Zuspruch bei allen Teilnehmern fand. Freilich muss das edle, aber zarte Pflänzchen noch ein wenig wachsen, denn nach nicht unerheblichen Spontanabsagen blieben vor allem die nationalen Starterzahlen recht überschaubar, was allerdings der Qualität der Veranstaltung nicht geschadet hat und den Organisatoren umso mehr „Luft“ zum Ausprobieren ließ. Denn Weitermachen will man und Größeres als „nur“ einen 1-Sterne-CEI-Ritt hat man sich durchaus vorgenommen. Zunächst aber war der Erfolg des diesjähriges CEI-Testlaufes einem großartiges Team zu danken, das sich aus erfahrener niedersächsischer Mitarbeit, kompetenter Begleitung seitens der Neustädter Gestüte und engagierter Berlin-Brandenburger Hilfe zusammensetzte.

Mit der Potsdamerin Jenny Stemmler und ihrer 10jährigen Selle Francais-Stute Radja d’Aurabelle war deutsche Distanz-Elite beim CEI1* über 80 km am Start. Das Paar nutzte die Veranstaltung als Aufbau-Ritt für die diesjährige Europameisterschaft am 12. September im slowakischen Samorin. Nachdem die schwedische Teilnehmerin Sara Henriksson sehr unglücklich im Ziel aus der Wertung genommen werden musste, weil ihr Pferd nicht mehr taktrein lief, war dem Brandenburger Paar der Sieg in 15,75 km/h (05:04:35) sicher. – Was den Lokalpatriotismus anging, legte Gundula Bath aus dem benachbarten Kyritz in der nationalen Wertung über 80 km sogar noch einen obendrauf und sorgte mit ihrem Traber Doubletime dafür, dass die Goldschleife in der Region blieb. Nach Niedersachsen, ins Mitveranstalterdomizil sozusagen, ging der erste Platz in der FEI-Jugendwertung, nämlich an Josefin Schuster mit dem 12jährigen Vollblutaraber Raschid in 15,3 km/h (05:14:08). Alle drei CEI- bzw. Mittelstreckensieger wurden darüber hinaus noch mit dem Konditionspreis geehrt.

Die Liebenwalder Kurzstreckenspezialisten Rilana Sansour und Uwe Schiller ließen sich den Sieg über die 60 km in 04:25:01 (13,6 km/h) nicht nehmen und legten mit ihren beiden Traber Kazaam und Gretna Green einmal mehr ein fotogenes (Galopp-)Finish hin.

Von acht Startern im Einführungsritt blieben sieben in der Wertung. Hier sollte die erfolgreiche Bewältigung der Strecke an sich innerhalb der vorgeschriebenen Höchstzeit zählen, unabhängig von Pulswerten, um die 40 Kilometer vor allem auch als Qualifikationsritt attraktiv zu machen. – Überhaupt waren die Streckenlängen mit punktgenau 40, 60 und 80 km unter anderem auch als Angebot auf dem Weg zur Novice Qualifikation für CEI-Erststarter gedacht. Ein LDR, der in diesem Jahr sicher aufgrund der drei Wochen zuvor ausgetragenen Landesmeisterschaft keine Chance auf Zuspruch hatte, wird 2016 auf jeden Fall auch wieder angeboten werden.

Miriam Lewin