Zum Saisonende im Distanzsport

Bekannte Gesichter

Die Distanzsaison im Brandenburgischen ist zu Ende. Und auch die letzten Sommerwochen waren noch reichlich mit Veranstaltungen gespickt.

Am 22. August hatten Jannike Lindner und ihr Team wieder ins Ruppiner Land geladen. Die längste Strecke war als MDR über 72 Kilometer ausgeschrieben. Hier ließen sich Rilana Sansour und Uwe Schiller mit ihren beiden Trabern Gretna Green und Kazaam wie schon drei Wochen zuvor beim 60-km-KDR in Neustadt (Dosse) den Sieg in – für das Paar üblicherweise flotten – 12,7 km/h nicht nehmen. Aber auch Alexandra Lege mit Baldo und Svenja Villmann mit Vigo, beide aus Sachsen-Anhalt, waren mit 12,3 km/h nur 11 Minuten langsamer. Hingegen hatten Julia Neumann mit Fjordpferd Holger Loki und Christin Bethge mit der Araberstute Aminah bint Gaibon den KDR als Aufsteigerritt zum MDR genutzt und ebenfalls auf 72 km verlängert. Sie benötigten für die Strecke in 8,8 km/h jedoch über zwei Stunden mehr. Der kurze Distanzritt wurde von Tanja Schröder mit Hoshi und Laura Libera mit Vivaldi siegreich bestritten, vor Hans-Joachim Rühlemann auf Platz drei mit Corista.

Die 111 Kilometer von Kagel unter Regie von Wolfgang Barth wurden traditionell am ersten Septemberwochenende ausgetragen. Hier machte die CEI1*-Siegerin von Neustadt (Dosse) Josefine Schuster mit Raschid erneut auf sich aufmerksam, indem sie sich den Sieg in guten 08:37:00 mit 12,9 km/h sicherte. Platz zwei ging fast anderthalb Stunden später an Tina Rickmeyer mit Mr. Seven.

Beim LDR über 86 km waren Maria und Alexandra Hanssen vorn, wobei Tochter Maria mit ihrer Partbred-Araberstute Haara noch an der Mutter auf Habibti (diese Stute – um weitere Verwirrung zu stiften – wiederum Tochter der Haara) vorbeiflitzte. Mit 05:35:00 h Reitzeit und 15,4 km/h hatten die beiden Reiterinnen ein recht erhebliches Tempo vorgelegt – welches aber auch gefordert war, um die Drittplatzierte Alexandra Lege mit Baldo (15,2 km/h) in Schach zu halten. Damit hatte der 15jährige Warmblüter, der in Sachsen-Anhalt gezogen wurde, innerhalb von zwei Wochen den nächsten flotten und nicht eben kurzen Ritt bestritten. – Doch auch über 55 km sah man wieder die gleichen Gesichter (und Pferde) vorn. Hier ritt Laura Libera mit den erste 8jährigen Vivaldi in 14,9 km/h wiederum zum Sieg, den sie sich diesmal mit Nicole Gust auf Honestly Diamant teilte. Auf Platz drei ritt in dieser Prüfung Juliane Pfeil mit Clabauz knapp vor Franziska Finkel mit dem 22jährigen (!) Zed. (Der Gerechtigkeit halber sei hier auch der Viertplattzierte aus dem 86-km-Ritt noch erwähnt: Kiasso unter Sybill Matzdorf zählt nämlich auch bereits stolze 22 Jahre!).

Schließlich ging es kurz vor Toresschluss zur Bötzow-Distanz auf den Eichenhof Perwenitz, wie immer perfekt organisiert von Renan Borowitz. – Und wieder hatte der Anhaltiner Baldo unter Alexandra Lege über 68 km die Nase vorn – knapp vor Vigo unter Constanze lege. Mit 14,3, bzw. 14, 2 km/h waren die beiden nicht gerade langsam unterwegs gewesen. Bei allem Respekt vor der Leistung vor allem eines Baldo muss – wie auch bei einigen anderen Pferden, deren Namen in diesem Artikel, der sich auf einen Gesamtzeitraum von gerade einmal vier Wochen bezieht, mehrfach fallen – die Frage erlaubt sein, ob etwas mehr Ruhe zwischen den Wettbewerben für die vierbeinigen Athleten auf lange Sicht nicht ratsam wäre.

Auf Platz drei im MDR ritt die Thüringerin Agnes Thieme mit Grisu, die gemeinsam mit ihrer Landsmännin Wenke Löwel und Tibny bint Tuffaha (welche drei Minuten früher gestartet waren und damit Platz 4 belegten) in 13, 4 km/h ins Ziel kamen. Nach Sachsen hingegen ging der Sieg in der Hauptprüfung, dem LDR über 85 km, den sich Friederike Schwarz mit Mona Lisa und Marlen Jackman mit Hope of Nessaja teilten. Während die Deutsche Sportpferdstute Mona Lisa im den Sommer wegen Beschlagsproblemen hatte unfreiwillig pausieren müssen und ihre Saison nun mit einem verdienten Sieg krönte, war die Araberstute Hope of Nessaja bereits eine Woche zuvor bereits in Thüringen über 82 km auf Rang 1 gelaufen. Auch hier hebt sich schulmeisterlich warnend die Frage nach Pausenzeiten zwischen den Starts. Natürlich war dieser Sieg zweifelsohne hoch verdient. Und auch beim KDR lesen sich auf Rang ein bis drei wohl vertraute Namen. Der Sieg ging hier in 17,3 km/h an Haara – die zwei Wochen zuvor in Kagel die 86 km gewonnen hatte – diesmal unter Carola Müller. Auf Platz kam eine Minute darauf Alexandra Hanssen mit Armangac in 17,2 km/h. Auch der Drittplatzierte, Vivaldi, unter Laura Libera hatte in dieser Saison häufig auf den vorderen Rängen im Kurzstreckenbereich mitmischen können.

Noch ein letztes Mal trafen sich vor allem die ruhigeren Kilometersammler unter den (natürlich nicht allein) Brandenburger Distanzreitern vom 25. bis 27. September zum Ritt auf dem Gestütsweg zwischen Neustadt (Dosse) und Redefin, bevor die Saison nunmehr ihr Ende fand.

Miriam Lewin