Monat: April 2016

Märkisch-Buchholz empfängt Langstreckenreiter

Distanzritte und Rittigkeitsprüfungen

Früh im Jahr, bereits am letzten Februar-Wochenende, läuteten die Berlin-Brandenburger Distanzreiter ihre Saison in Ützdorf ein. Wer hier schon richtig mitmischen wollte, musste den ganzen Winter über trainiert haben. So legten dann auch nur Michaela Wilczek und ihr nunmehr 13jähriger Brandenburger Wallach C’est la Vie die gesamten 122 km des 2-Tages-Rittes zurück und zeigten sich damit gleich zu Jahresbeginn bereits wieder hoch ambitioniert. Für beide war dies der erste „Saisonstreich“ vor einem DOKR-Lehrgang in Dankerode (Harz) Ende April mit dem ehemaligen französischen, später (2011-2013) deutschen Nationaltrainer Jean Louis Leclerc.

Währenddessen nahm am 9. April die Distanzsaison auch in Märkisch Buchholz allmählich Fahrt auf. Den ersten, noch schwach besetzten LDR des Jahres sicherte sich Wencke Herrmann (ehemals Schubert) mit ihrem 12jährigen Vollblutaraber-Wallach Galaan in 05:44:00 h (14,3 km/h). Nach einer Verletzungspause des Pferdes will das Paar noch einmal voll durchstarten und hat sich – wenn alles gut geht – in diesem Jahr den ersten 2-Sterne-CEI vorgenommen. Auf Platz zwei kam Anna Assemacher mit der 10jährigen Gharibelle bint Nuri in 06:26:00 (12,75 km/h). Ebenfalls 82 km legte Alex Baldauf als Aufsteiger vom MDR mit seinem bereits vielfach erprobten Shayan zurück und war dabei in 05:29:00 h, mit fast 15 km/h sogar noch schneller als die Siegerin des eigentlichen LDR. („Aufsteiger“ bedeutet, dass der Reiter ursprünglich nur für den MDR über 65 km genannt hatte und sich während des Rittes für die Verlängerung auf 82 km entschied, da die Ausschreibung dies zuließ.) Auch Kathrin Krause mit dem Lewitzermix Odin verlängerte von 65 auf 82 km und bewältigte die Strecke in 05:55:00 h (13,9 km/h) – immer noch schneller als die Zweite des LDR.

Auf der mittleren Strecke über siegte sehr souverän (in gewohnter Weise, möchte man beinahe schon schreiben) Friederike schwarz aus Borlas/Sachsen mit ihrer Warmblutstute Mona Lisa in schnellen 04:17:00 h (16,1 km/h). Zweite wurde Luise Speerschneider (Riesa/Sachsen), die mit dem 12jährigen Arabermix Pasha-Farid gemeinsam mit Axel Baldauf auf die Strecke gegangen war, den Ritt aber „planmäßig“ bei 65 km beendete. Platz drei in dieser Prüfung teilten sich Renan Borowicz mit Aslan Jamil, Maria Hanssen mit Haara und Luisa Höer mit Le Pars in 04:47:00 h (14,4 km/h).

Geritten und gefahren wurden die 49 km des KDR. Unterm Sattel siegte Honestly Diamant unter Nicole Gust vor Habibti unter Alexandra Hanssen und Eros unter Sven Lüdeke sowie Bonitah unter Anne Bochmann, beide auf Platz drei. Shetty Anton legte die Strecke mit Michaela Rüthnick an den Leinen vorm Sulky zurück, ebenso wie Falko und Gwydion Harlekin im Zweispänner mit Cornelia Rüthnik. Geritten und gefahren wurde auch die Einführungstrecke über 29 km, wobei die Shetlandpony-Stute Unessa mit 100 cm Stockmaß die kleinste und Jenny Schwadtkes Trakehner Stute Isola Syrena mit 173 cm die größte vierbeinige Teilnehmerin war. Die im Distanzsport gern gesehene Vielfalt ließ also nicht zu wünschen übrig.

Obwohl die Veranstalterin selbst krankheitsbedingt ausgefallen war, hatte das Team der Pferdeoase alles fest im Griff, und die Prüfungen liefen wie am Schnürchen. Besonders erfreulich war, dass noch einige als WBO-Wettbewerbe ausgeschriebene Rittigkeitsprüfungen das Programm bereicherten.

Miriam Lewin