Monat: August 2018

Hippologischer Marathon durchs Ruppiner Land am 11. August

Die Distanzfahrer Berlin Brandeburg haben eine neue Landesmeisterin

Am 11.08 lud die Pferdesportgemeinschaft Ruppiner Land e.V. Distanzfahrer aus Berlin und Brandenburg dazu ein, einen Landesmeister zu ermitteln. Diese Tradition wurde nach einer mehrjährigen Pause mit der Förderung durch den LPBB wieder aufgenommen, um die Vielfalt des Distanzsportes auch im Rahmen einer offiziellen Landesmeisterschaft umfassend abzubilden. Sechs Gespanne hatten sich der Konkurrenz gestellt, darunter zwei Zweispänner. Obwohl es für den achtjährigen Traber Seahorse, den Gundula Bath (Kyritz) angespannt hatte, die erste Distanzfahrt war, überraschte sein Sieg nicht wirklich, denn unterm Sattel hat der Fuchs bereits viele Distanzkilometer erfolgreich absolviert. Umso bemerkenswerter, dass seine Besitzerin sich nun auch über einen Landesmeistertitel freuen kann! Das Gespann siegte in flotten 14,5 km/h in einer reinen Fahrtzeit von 04:33:00 h. Dabei waren die Nächstplatzierten nicht allzu weit entfernt. Judith Schillmann (Bernau), die ihre Norweger mittlerweile auch vierspänning vorstellt, hatte die beiden Siebenjährigen „Fjordies“ Lasse und Aaron angespannt und kam 16 min nach den Siegern als Zweite ins Ziel. Platz drei ging weitere 11 min später an Cornelia Rüthnick (Brück) mit ihrem selbst gezogenen 8jährigen Welsh-Mix Terence. Etwas Pech hatte der Tobias Holle mit der Traberstute Quick Response, der dem Feld anfangs weit vorausgefahren war, dann jedoch falsch abbog und eine Extra-Schleife absolvierte. 41 min nach den Siegern schaffte es der nur 101 cm große und bereits 20 Jahre alte Shetty-Wallach Lukie D mit Annina Beck an den Leinen ins Ziel und wurde für die beste Form unter allen Teilnehmern von den Tierärzten sogar noch mit dem Konditionspreis ausgezeichnet – und das bei seinem Distanz-Debüt! Und auch die beiden Ponys Anton und Stourton Henry, gefahren von Michaela Rüthnick, beendeten den Wettbewerb nur 48 min hinter den Erstplatzierten erfolgreich in der Wertung.

Die Veranstaltung fand auf dem Vereinsgelände des Traktor- und Freizeitvereins in Blankenberg/Wusterhausen (Dosse) statt und wurde bereits zum 6. Mal von den Organisatoren Jannike Lindner und Irina Hochgraef der PSG Ruppiner Land detailliert geplant und umgesetzt. Die Teilnehmeranzahl war begrenzt, um jedem Starter ausreichend Aufmerksamkeit widmen zu können, sodass auch viele Neueinsteiger bei den Begleitwettbewerben die Möglichkeit nutzten, um gut betreut erste Erfahrungen zu sammeln und sich vom „Distanzvirus“ infizieren zu lassen.

Den MDR über 80 km konnte die Braunschweigerin Tanja Elezoni mit ihrem Araber Chatham Park Avalon in 06:11:00 h für sich entscheiden. Platz zwei teilten sich Beatrice Danelski mit Lady Charlott und Michaela Wilczek mit Gold Boy. Der 6jährige Vollblutaraber konnte damit seine Novice Qualifikation für FEI-Ritte erfolgreich ablegen.

Beim MDR über 66 km gingen zeitgleich 10 Teilnehmer auf die Strecke. Susanne Resnitschek mt dem VA-Hengst Osborne und Maxine Zakrzewski mit der DSP-Stute D’Elfi legten die Strecke in 04:35:00 als Sieger zurück. Die 8jährige D’Elfi sicherte sich zudem den Konditionspreis. Platz drei teilten sich Christin Bethge mit Aminah bint Gaibnon und Julia Neumann mit GB Aslan Jamil.

Mit Carsten Pötzsch und Rango konnte ein Lokalmatador aus Tramnitz den ER über 40 km für sich entscheiden. Die 25-km-Fahrt sicherte sich Katja Rother mit dem Kladruber Wallach Generale Syrie. Den Ritt über 25 km gewann Jessica Frankus mit Apollo vor der jüngsten Teilnehmerin, der 11-jährigen Stella Grope auf ihrem nur 120 cm großem Pony Moritz.

Miriam Lewin und Jannike Lindner

Düben am 4. August

Landesmeisterschaften der Reiter und Fahrer in Sachsen-Anhalt

Distanzsportler sind dünn gesät in Sachsen-Anhalt. Daher wäre es im Grunde ausreichend, einen als Landesmeisterschaft ausgeschriebenen Wettbewerb in der Wertung zu beenden, um als einziger Teilnehmer aus eben diesem Bundeland auch den Titel zu kassieren. So leicht machten es sich aber die beiden Landesmeister 2018 Kerstin Michelmann bei den Reitern und Siegfried Lembke bei den Fahrern nicht. Denn beide gewannen auch die als LDR bzw. LDF über 86 km ausgeschriebenen Prüfungen im Rahmen des Dübener Ranchrittes am 4. August. Die reine Reitzeit von Kerstin Michelmann und ihrer Partbred-Araberstute Farha 2 betrug 05:59:00 h (14,4 km/h). Siegfried Lembke war im Sulky seines Trabers Madello sogar noch zwei Minuten schneller und fuhr die Strecke in 05:57:00 h (14,45 km/h). Hinzu kamen erschwerte Bedingungen, denn mit Spitzentemperaturen von über 42°C im Schatten ist die Veranstaltung inzwischen als „Ritt durch die Dübener Wüste“ in die Memoiren eingegangen. Dem hervorragenden Wasser-Management des Veranstalterteams um Gudrun Perowicz – Tränk- und Kühlwasser für die Pferde und Getränke für die Zweibeiner an der gesamten Strecke – war es zu verdanken, dass kein Pferd metabolische Probleme bekam und dass auch Reiter und Fahrer fit blieben!

Platz zwei im LDR ging an Carolin Fleischer (Sachsen) und ihre Holsteiner Stute Cantana (13,3 km/h), Platz drei an die Brandenburgerin Mara Schima mit der Araberstute Safiza (12,1 km/h). Bei der langen Fahrprüfung fuhr Cornelia Rüthnick aus dem Brandenburgischen Brück mit ihrem Welsh-Mix Terence auf Platz zwei vor Anette-Marie Schmidt aus Niedersachsen mit dem 107-cm-Shetlandpony Maikäferl von Kaltenberg. Obwohl der 19jährige Traber Picaro von Edgar Stierholz die Prüfung wegen einer Taktunreinheit im Gang nicht beenden durfte, war man sehr froh, den Deutschen Meister der Distanzfahrer 2009 und 2011 nach langer Krankheitspause wieder an Start zu sehen!Landesmeisterschaften der Reiter und Fahrer.Landesmeisterschaften der Reiter und Fahrer.

Als einzige Starterin wagte sich Agnes Thieme mit ihrem Appaloosa Grisu an die Mehrtages-Distanz über 111 km und bestritt den Ritt – somit auch siegreich – in der Wertung.

Den MDR sicherte sich Gerun Golde mit ihrer Englischen Vollblutstute Mandy in 04:37:00 h (14,7 km/h) vor Tina Kaiser mit Silbermond (05:01:00 h) und Pauline Radtke mit Grammy (05:46:00 h).

Am Sonntag wurden bei gemäßigteren Temperaturen noch ein Einführungsritt und ein KDR ausgetragen. Letzteren konnte der Dresdener Torsten Menze mit dem 6jährigen Vollblutaraber Kaas al Khalediah in flotten 16,3 km/h gewinnen.

Miriam Lewin