Distanz-Herbst in Brandenburg

Mit zwei „goldenen“ Herbstritten fand die Distanzsport-Saison in Brandenburg ihren Abschluss, zum einen bei klarem Himmel und Nachtfrost am letzten Septemberwochenende in Zernikow und zum anderen bei erneut sommerlichen Temperaturen und Sonne satt in Ützdorf am 13. Oktober. Beide Veranstaltungen waren (in Zernikow zumindest teilweise) als Kartenritte ohne Markierung ausgeschrieben. Der Vorteil für die Veranstalter liegt dabei auf der Hand, da sich durch den Wegfall der Markierungs- und Demarkierungsarbeiten der Aufwand signifikant reduziert, aber auch mach Waldbesitzer oder Forstbehörde zeigt höhere Genehmigungsbereitschaft, wenn der Wald nicht „ausgeschildert“ wird. Für die Reiter hingegen sind die Zeiten, in denen nur armeegeschulte Kartenleser oder Besitzer teurer GPS-Geräte die Strecke fanden, dank Smartphone und diverser Navigations-Apps längst Vergangenheit. Dennoch erfordert das Reiten ohne Markierung höhere Konzentration und geringeres Tempo – beides durchaus wünschenswerte Nebeneffekte. So war denn auch das Bestreben beider Events, „den Distanzsport als für Pferde und Menschen erfreulichen und angenehmen Sport zu präsentieren“ (Jana Scheffel, Veranstalterin in Ützdorf). Dazu gehörte ebenso die Vorbesprechung unter der Lichterkette im Apfelgarten in Zernikow, dazu gehörte bei beiden Ritten ein breit gefächertes kulinarisches Angebot, dazu gehörte der Wettkampf nach dem uralten Distanzsport-Motto: „Ankommen und gewonnen“ und der Genuss des Reitens in den herbstlichen Wäldern bei zweimal phantastischem Wetter und satter Laubfärbung.
Gerlind Groß hatte in Zernikow einen Mehrtagesritt ausgeschrieben, der aus einer LDR- und einer KDR-Strecke bestand, die beide auch separat geritten werden konnten, dazu gab es noch einen Einführungsritt. Die gesamten 139 km des MTR – und damit siegreich – legte ein Warmblut-berittenes Trio aus Sachsen zurück: Friederike Schwarz mit Mona Lisa, Carolin Fleischer mit Cantana und Elaine Kühlmann mit Avec Moi. Den Sieg im LDR über 84 km sicherte sich in 14,5 km/h Karina Starost mit ihrer Warmblutstute Daytona vor Cornelia Weidlich und Lother Preuß mit ihren Arabern Mesczallah Giseh (VA) und Pitu (PB). Auch im KDR über 55 km lagen mit Apollo unter Jessica Frankus und D’Elfi unter Maxine Zakrzewski zwei Warmblüter auf Platz eins (14,5 km/h) vor Natascha Schlegel mit Buck Kid Pride (14 km/h).

Karina Starost mit Daytona und Natascha Schlegel mit Buck Kid Pride gewannen auch den 61-km-MDR in Ützdorf, diesmal gemeinsam mit Janine Schubert und Giney in 9,8 km/h. Beim prominent besetzten KDR nutzten sechs Reiterinnen die Möglichkeit, nach 41 km auf die mittlere Distanz (61 km) umzunennen und „aufzusteigen“. Mit knapp 11 km/h landeten hier die Jugendmeisterin 2017 Nicole Gust und Kristina Gust mit ihren Trabern Honestly Diamant und Quick Response auf Platz eins. Die Landesmeisterin 2017 Rilana Sansour, diesmal mit ihrer Vollblutstute Kölner Prinzess, Vize-Jugendmeisterin 2017 Julia Neumann, hier mit Höwings Quadro, Jennifer Czernin mit Liberty und die vielfache Landespokalsiegerin Judith Schillmann mit Reichsgräfin teilten sich Platz drei, wobei die Trakehner Stute Reichsgräfin auch noch die vom Gestüt Elchniederung ausgeschriebene Trakehner Wertung gewann.
Gemeinsam mit diesem Quartett hatte die Autorin mit dem Araberhengst Osborne die ersten 41 km zurückgelegt, sich dort aber entschieden, den Ritt als KDR zu beendeten. Damit landete Osborne in dieser Prüfung mit 12,3 km/h auf dem ersten Platz vor Heike Reimann und Sandra Kern mit den Trakehner Stuten Feldmarke und Lilienfee, die sich Rang zwei teilten.

Miriam Lewin

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