Dressurlektionen, Frühjahrscheck und Stufentest

Gut vorbereitet gingen die Distanzsportler und vor allem die Kaderreiter in die Saison 2019. Ein Angebot, das einige Langstreckensportler mit großer Begeisterung annahmen, war die Möglichkeit, an mehreren Wochenenden Reitstunden bei Tahani Ibrahim in deren komfortabler Reithalle zu nehmen. Dabei profitierten die Reiter von der Einfühlsamkeit der Dressur-Trainerin, die Pferde dort abzuholen, wo sie waren, und behutsam weiterzuführen, ganz gleich, ob es darum ging, den widerborstigen Traber zum gelassenen Galopp zu bewegen oder bei dem schon fein gerittenen Distanz-Warmblüter einige A-Lektionen aufzufrischen.

Ende Februar unterzogen sich die Kaderpferde einem Frühjahrscheck bei Martin Grell. Der 4-Sterne-FEI-Tierarzt und ehemaliger Mannschaftstierarzt des deutschen Nationalkaders ist nun offiziell zum Kadertierarzt des Landeskaders Berlin-Brandenburg bestellt und wird die Pferde mit einem engmaschigen Monitoring durch die Saison begleiten. Dazu zählte auch ein Anfang März in Schönwalde-Glien durchgeführter Stufentest. Die Pferde werden hierzu mit einem Pulsmessgerät am Sattelgurt ausgestattet, sodass die Reiter vom Sattel aus jederzeit die Pulsfrequenz ihres Pferdes im Auge haben. Anschließend werden die Teilnehmer paarweise mit der Vorgabe, eine bestimmte Pulsrate zu erreichen über eine zuvor festgelegte Strecke (hier 400 m) geschickt und die Zeit gestoppt. Schnell trennt sich da die Spreu vom Weizen oder fit von unfit: Das bereits gut trainierte Pferd wird mit einer geringeren Pulsrate eine weitaus höhere Geschwindigkeit erreichen, während bei einem Pferd mit Trainingsrückstand schon bei niedrigeren Geschwindigkeiten der Puls hochschnellt. Eine Form, diesen Test noch auszuweiten, von der diesmal keinen Gebrauch gemacht wurde, ist die Laktatwertmessung. Dabei wird den Pferden nach jedem Trainingsintervall Blut abgenommen, um über den Laktatwert festzustellen, ob das Pferd noch aeroben Bereich trainiert oder die Schwelle zum anaeroben Bereich bereits überschritten ist, was dann schnell zu Übersäuerung und Erschöpfung führt.

Miriam Lewin

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