Erfolgreiche Warmblüter 2015

Erfolgreiche Warmblüter im Distanzsport

In dieser Saison machte DSP C’est la Vie als Vorzeige-Warmblüter im Distanzsport von sich reden. Ein guter Anlass, einmal die Erfolge vor allem auch regional gezogener Warmblutpferde im Ausdauersport ins rechte Licht zu rücken.

Kottwitz_Roxy
Roxy unter Sebastian Kottwitz

In Kyritz von Thomas Riedel gezogen, debütierte vor einigen Jahren die auf Rubinstein I zurückgehende Rubinstein Noir-Tochter Roxy (*2000) (a. d. Frühlingsblume v. Frühlingsbote) unter Sebastian Kottwitz (Bad Liebenwalde, Brandenburg) auf internationalem Parkett und feierte ihren größten Erfolg im Jahre 2009 mit einem 5. Platz beim CEI2* über 120 km in Nörten-Hardenberg. Die eigentlich als Dressurpferd gezogene kompakte Dunkelbraune war zu klein geraten, als dass man ihr im Viereck Großes zugetraut hätte.

Schwedler_Fairbanks
Fairbanks unter Conny Schwedler

Der von Uwe Voigt im Anhaltinischen gezogene, jedoch beim Brandenburger Zuchtverband eingetragene Fairbanks (*1998), ein Firebird M-Sohn aus der Dancing Queen (von Da Ponte xx), wurde von Conny Schwedler (Scheibenberg, Sachsen) ursprünglich als Vielseitigkeitspferd gekauft. Er konnte seine Aversion gegen Wasser jedoch nicht überwinden. Daher suchte die Reiterin nach einer Alternative für den Einsatz des lauffreudigen Wallachs und kam so zum Distanzsport. Über 1000 Kilometer hat der Braune mittlerweile absolviert, darunter auch zahlreiche internationale Ritte, gekrönt im Jahre 2010 von einem 5. Platz beim CEI2* über 125 km im tschechischen Most.
Das Jungpferdechampionat des VDD, welches sich aus Rittigkeitsprüfungen im Viereck und im Gelände sowie einem Distanzritt zusammensetzt, wurde in zwei aufeinanderfolgenden Jahren 2011 und 2012 (bei den 6- und 7jährigen Pferden) von der Trakehner Stute Stella (*2005) gewonnen. Ihre in Klein Engersen (Sachsen Anhalt) lebende Reiterin und Züchterin Andrea Kunze hatte die Trakehner Mutter tragend von Uckermärker xx gekauft.

Auf Trakehner in Vollblutanpaarung setzt auch Veit Koppe im sächsischen Grumbach. Sein ebenfalls selbst gezogener Sauvignon-Sohn Filou Rouge (*2003) aus der Fiepe xx, einer Vollschwester des in Ostdeutschland über viele Jahre erfolgreich wirkenden Veredlers Fierant xx, kann ebenfalls mehrere internationale Erfolge verbuchen, darunter 2012 einen Sieg beim CEI1* über 80 km in Most (CZ).

Noch nicht international, aber ebenfalls schon erfolgreich über 120 km unterwegs, und fast immer auf den vorderen Rängen, macht derzeit weit über ihre sächsische Heimat hinaus die noch lange nicht am Ende ihres Leistungsvermögens angekommene Mona Lisa Furore. Friederike Schwarz (Dresden) hatte die 2004 in Sachsen gezogene Festival Westfalia-Tochter (Westfalen) aus einer Legato-Mutter (Holsteiner) ursprünglich im Turniersport eingesetzt, bevor beide im Distanzsport ihr Zuhause fanden.

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher seien zum Abschluss noch zwei besonders erfolgreiche Pferde aus Brandenburg erwähnt: Der leider vor 2 Jahren eingegangene Halbblüter Perhaps (*1994), der unter Franziska Finkel im Jahre 2012 sowohl die Deutsche Meisterschaft erfolgreich bestritt als auch Brandenburger Landes-Vizemeister wurde, sowie die Holsteiner Stute Christobalita (*1988), ebenfalls einstige Brandenburger Landesmeisterin, DM-Teilnehmerin und erfolgreiche CEI-Starterin, die im letzten Jahr in Kagel als 26jährige rüstige Rentnerin noch immer locker über 31 km marschierte.

Miriam Lewin