Kategorie: Allgemein

Hippologischer Marathon durchs Ruppiner Land am 11. August

Die Distanzfahrer Berlin Brandeburg haben eine neue Landesmeisterin

Am 11.08 lud die Pferdesportgemeinschaft Ruppiner Land e.V. Distanzfahrer aus Berlin und Brandenburg dazu ein, einen Landesmeister zu ermitteln. Diese Tradition wurde nach einer mehrjährigen Pause mit der Förderung durch den LPBB wieder aufgenommen, um die Vielfalt des Distanzsportes auch im Rahmen einer offiziellen Landesmeisterschaft umfassend abzubilden. Sechs Gespanne hatten sich der Konkurrenz gestellt, darunter zwei Zweispänner. Obwohl es für den achtjährigen Traber Seahorse, den Gundula Bath (Kyritz) angespannt hatte, die erste Distanzfahrt war, überraschte sein Sieg nicht wirklich, denn unterm Sattel hat der Fuchs bereits viele Distanzkilometer erfolgreich absolviert. Umso bemerkenswerter, dass seine Besitzerin sich nun auch über einen Landesmeistertitel freuen kann! Das Gespann siegte in flotten 14,5 km/h in einer reinen Fahrtzeit von 04:33:00 h. Dabei waren die Nächstplatzierten nicht allzu weit entfernt. Judith Schillmann (Bernau), die ihre Norweger mittlerweile auch vierspänning vorstellt, hatte die beiden Siebenjährigen „Fjordies“ Lasse und Aaron angespannt und kam 16 min nach den Siegern als Zweite ins Ziel. Platz drei ging weitere 11 min später an Cornelia Rüthnick (Brück) mit ihrem selbst gezogenen 8jährigen Welsh-Mix Terence. Etwas Pech hatte der Tobias Holle mit der Traberstute Quick Response, der dem Feld anfangs weit vorausgefahren war, dann jedoch falsch abbog und eine Extra-Schleife absolvierte. 41 min nach den Siegern schaffte es der nur 101 cm große und bereits 20 Jahre alte Shetty-Wallach Lukie D mit Annina Beck an den Leinen ins Ziel und wurde für die beste Form unter allen Teilnehmern von den Tierärzten sogar noch mit dem Konditionspreis ausgezeichnet – und das bei seinem Distanz-Debüt! Und auch die beiden Ponys Anton und Stourton Henry, gefahren von Michaela Rüthnick, beendeten den Wettbewerb nur 48 min hinter den Erstplatzierten erfolgreich in der Wertung.

Die Veranstaltung fand auf dem Vereinsgelände des Traktor- und Freizeitvereins in Blankenberg/Wusterhausen (Dosse) statt und wurde bereits zum 6. Mal von den Organisatoren Jannike Lindner und Irina Hochgraef der PSG Ruppiner Land detailliert geplant und umgesetzt. Die Teilnehmeranzahl war begrenzt, um jedem Starter ausreichend Aufmerksamkeit widmen zu können, sodass auch viele Neueinsteiger bei den Begleitwettbewerben die Möglichkeit nutzten, um gut betreut erste Erfahrungen zu sammeln und sich vom „Distanzvirus“ infizieren zu lassen.

Den MDR über 80 km konnte die Braunschweigerin Tanja Elezoni mit ihrem Araber Chatham Park Avalon in 06:11:00 h für sich entscheiden. Platz zwei teilten sich Beatrice Danelski mit Lady Charlott und Michaela Wilczek mit Gold Boy. Der 6jährige Vollblutaraber konnte damit seine Novice Qualifikation für FEI-Ritte erfolgreich ablegen.

Beim MDR über 66 km gingen zeitgleich 10 Teilnehmer auf die Strecke. Susanne Resnitschek mt dem VA-Hengst Osborne und Maxine Zakrzewski mit der DSP-Stute D’Elfi legten die Strecke in 04:35:00 als Sieger zurück. Die 8jährige D’Elfi sicherte sich zudem den Konditionspreis. Platz drei teilten sich Christin Bethge mit Aminah bint Gaibnon und Julia Neumann mit GB Aslan Jamil.

Mit Carsten Pötzsch und Rango konnte ein Lokalmatador aus Tramnitz den ER über 40 km für sich entscheiden. Die 25-km-Fahrt sicherte sich Katja Rother mit dem Kladruber Wallach Generale Syrie. Den Ritt über 25 km gewann Jessica Frankus mit Apollo vor der jüngsten Teilnehmerin, der 11-jährigen Stella Grope auf ihrem nur 120 cm großem Pony Moritz.

Miriam Lewin und Jannike Lindner

Ützdorf am 21. Juli 2018

Landesmeisterschaft im Distanzreiten

Maria Lippert, die Jugendmeisterin aus 2015, ist Landesmeisterin Distanzreiten Berlin-Brandenburg 2018. Birgit Kurek, die 2015 den Titel bei den Senioren errungen hatte, wurde Vizemeisterin. Beide haben seitdem nicht umgesattelt: Maria Lippert ritt ihren nun 11jährigen Vollblutaraber Al Maschhar Al Azim, Birgit Kurek den mittlerweile 19jährigen Vollblutaraber Hamdani Ashhira. Mit einer reinen Reitzeit von 09:55:00 (12,1 km/h) lag die Siegerin vier Minuten vor der Zweitplatzierten. Platz drei belegte weitere zehn Minuten später Franziska Finkel mit der erst 8jährigen VA-Stute Zhaji al Aziz, die sich am Tag nach der Prüfung am fittesten präsentiere und dafür mit dem Konditionspreis ausgezeichnet wurde. Dies waren auch die einzigen drei Teilnehmerinnen, welche die Prüfung über 120 km in voller Länge absolvierten und damit in der Landesmeisterschaft gewertet wurden. Titelverteidigerin Rilana Sansour und Gretna Green beendeten den Ritt bei 60 km vorzeitig in der Wertung. – Das war unter anderem der technisch hoch anspruchsvollen Strecke geschuldet, die das Veranstalter-Team der „Mut-zur-Strecke“-Ritte unter Michaela Wilczek festgelegt hatte. Schon nach der ersten Runde musste die Tierärzte einige Teilnehmer herausfiltern, die den Kurs offenbar wie ein Brandenburger Sand-Flachrennen angegangen waren, und sich plötzlich in einer hügeligen Endmoränenlandschaft mit abwechselnd Wald- und Wiesen-, aber auch tiefen Sand-, Schotter- und Geröllwegen wiederfanden. Das hatte offenbar so mancher unterschätzt! Lahmheiten waren die Folge. Das anfänglich neun Starter starke Feld der Landesmeister-Aspiranten war schnell auf sechs Konkurrenten zusammengeschmolzen. Ganz bitter traf es Ute Wiemer mit ihrem Vollblutaraber Elfamir. Sie konnte sich zunächst Runde für Runde weiterqualifizieren und lieferte sich am Ende ein bejubeltes Finish mit Maria Lippert, wobei Elfamir einige Längen Vorsprung hatte. Das wäre der Titelgewinn gewesen! Doch in der Nachuntersuchung kam das Aus. Die Tierärzte machten es sich nicht leicht. Ein schlechter Wert der Kapillarfüllung war nur das Zünglein an der Waage für den tierärztlichen Dreierentscheid, Elfamir zu eliminieren. Die Enttäuschung der Reiterin war groß, zumal dem Pferd kein desaströs schlechter Zustand anzusehen war. Doch die Summe aller Faktoren ergaben den Gesamteindruck, dass Elfamir zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung keine weiteren 20 km hätte laufen können. Und das zählte – im Sinne des Tierschutzes, der hier konsequent umgesetzt wurde!

Auch die einzige Teilnehmerin der Jugendmeisterschaft über 100 km, Maria Hanssen mit Habibti, hatte kein Glück. Tapfer hatte die 14jährige Reiterin die ersten beiden schweren 32-km-Runden allein absolviert, konnte sich aber im zweiten Stopp nicht weiterqualifizieren.

Von den drei Senioren, die die 100 km in Angriff genommen hatten, beendete allein Jessica Spitzke mit Kotaiba die Prüfung in der Wertung, allerdings auch bereits bei 80 km.

Interessant ist ein Blick in die Ergebnislisten der anderen Begleitprüfungen. So waren beinahe unbemerkt und unauffällig zwei der hochkarätigsten Distanzreiterinnen Deutschlands zu Gast, um in Ützdorf ihre Nachwuchspferde zu qualifizieren. Beim MDR über 80 km sah man die frisch gebackene deutsche Meisterin Clara Haug, hier mit ihrem 6jährigen Youngster Carhim des Aubepines. Der Angloaraber belegte mit 12,3 km/h Platz zwei hinter Karina Starosts Daytona (12,7 km/h) und erhielt zudem den Konditionspreis.

Über 40 km ritt die WM-Teilnehmerin von 2014, Jenny Stemmler, ihren 5jährigen Nachwuchs Dionysos d’Aurieres in die Wertung.

Die Veranstalter hatten die Landesmeisterschaft auch für Starter aus anderen Bundesländern geöffnet, sofern diese eine Mitgliedschaft in einem Brandenburger Reitverein besaßen, wie es auch bei der Wertung für den Landespokal üblich ist. Diese Vorgehensweise war bei den übrigen Teilnehmern nicht ganz unumstritten, hatte jedoch das löbliche Ziel, ein größeres Starterfeld zu schaffen. Nur so war der inzwischen in Sachsen beheimateten „Alt-Brandenburgerin“ Franziska Finkel die Wertung in der LM überhaupt möglich. Und auf diese Art kam auch das Gastspiel der sächsischen Landes-Vizemeisterin Friedrike Schwarz mit Mona Lisa zustande, die jedoch die 120-km-Prüfung bei 60 km in der Wertung beendete.

Der erfolgreichste Sachse des Tages war Sven Lüdeke, der den MDR über 61 km mit seinem Anglo-Araber Eros in 13,8 km/h für sich entschied. Den zweiten Platz teilten sich in 12,45 km/h Gerun Golde mit der Englischen Vollblutstute Mandy und Susanne Resnitschek mit dem erneut beeindruckend entspannten Vollblutaraberhengst Osborne.

Sybill Matzdorf, einst Landesmeisterin und DM-Teilnehmerin, ritt den 8jährigen Nachwuchs Jilfan Ghazi in 12,3 km/h zum Sieg über Boschido unter Uwe Hilbig.

Drei Warmblüter sah man auf den vorderen Plätzen des KDR über 41 km. Gewonnen wurde die Prüfung von DSP Papillon unter Anja Birlem in 12,8 km/h. Platz zwei belegten gemeinsam Maxina Zakrzewski mit D’Elfi und Jessica Francus mit Apollo. Überhaupt waren sowohl in dieser als auch in den anderen Wettbewerben viele großformatige Pferde am Start. Nicht zuletzt hatte auch das gastgebende Trakehner Gestüt „Elchniederung“ den 61-km-MDR gut bestückt und konnte sich schlussendlich über vier Trakehner in der Wertung freuen.

Der zutiefst empfundene Dank des Tages ging aber wohl seitens der Vizemeisterin Birgit Kurek an ihren vierbeinigen Partner. Nur wenige Kilometer vorm Ziel stürzte sie bei einem Ausrutscher des Pferdes aus dem Sattel und trug nicht unerhebliche Gesichtsverletzungen davon, die später ambulant behandelt werden mussten. Hamdani Ashhira jedoch wartete, bis seine Reiterin wieder aufgesessen war, und trug sie dann zu einem sicher ebenso denkwürdigen wie unvergesslichen Vizemeister-Titel.

Miriam Lewin

Stechliner Forst am 30. Juni

Im Vorfeld der Landesmeisterschaft

Durch die Stechliner Forst führte der komplett ausgebuchte Distanzritt am letzten Juni-Wochenende. Dabei diente der MDR über 70 km sicher einigen Aspiranten als letzte Vorbereitung zur Landesmeisterschaft. Der Sieg in dieser Prüfung ging an die 14jährige Maria Hanssen mit ihrer Partbred-Araberstute Habibti. In schnellen 16 km/h kam sie 6 min vor ihrer Mutter Alexandra mit Vollblut Armangac (Platz zwei) und der amtierenden Landesmeisterin Rilana Sansour und Traberstute Gretna Green, die zeitgleich mit Elaine Kühlmann aus Sachsen, auf Platz drei ritt, ins Ziel. Mit Jamie Jäschke auf Platz fünf lag eine weitere ambitionierte Jugendreiterin, jedoch aus Sachsen, mit im vorderen Feld. Interessante Starter, die ihre Pferde hier ebenfalls erfolgreich vorstellten, waren unter anderem Anne-Kathrin Melles mit dem VA-Hengst Pagur, Ex-Landesmeisterin Birgit Kurek mit dem bewährten Hamdani Asshira, die Brandenburger Kilometer-Spitzenreiterin Carla Lakenbrink mit Safiza aus dem Stall von Mara Schima oder das unverwüstliche Paar Maria Liegener & Gaja, um nur einige zu nennen … Qualitativ und quantitativ gut besetzt war auch die kurze Prüfung über 53 km. Der Ritt wurde in 16,2 km/h von Gerun Golde mit der bildschönen Vollblut-Rappstute Mandy gewonnen. Es wäre wünschenswert, wenn sich diese beiden schnellen Kurzstreckenspezialisten nun auch einmal an längere Distanzen wagen würden. Neun Minuten hinter der Siegerin belegte Landestrainerin Michaela Wilczek mit DSP C’est la Vie Platz zwei vor Maria Lippert mit Al Mashar Al Azim und der Landes-Jugendmeisterin 2017 Nicole Gust mit Quick Response, zwei Reiterinnen, die in dieser Saison ins „Senioren“-Lager wechselten. Ein mit 23 Startern ebenfalls stark frequentierter Einführungsritt komplettierte das Prüfungsangebot in Dollgow.

Mit dem Reiterhof Kunkel als Gastgeber und einem wunderbaren Waldwegenetz hat der Distanzritt durch die Stechliner Forst jedes Potenzial für ein Spitzen-Event. Die Brandenburger Distanzsportler würden es begrüßen, wenn die ehrenamtlichen Veranstalter in der kommenden Saison weitere Unterstützung fänden, um auch wieder einen langen Ritt anbieten zu können.

Miriam Lewin

Distanzsport im Mai – Schildau in Sachsen, Stuck in MVP & Düben in Sachsen-Anhalt

Ausflüge ins Umland

Da auch im Mai keine Distanzsportveranstaltung in Brandenburg ausgeschrieben war, zog es die einheimischen Distanzsportler wieder in die benachbarten Bundesländer – nach Schildau in Sachsen, nach Stuck in Mecklenburg-Vorpommern und nach Düben in Sachsen-Anhalt. Die Stuck-Distanz, einer der bestbesuchten und lang etablierten Ritte in Norddeutschland, stets liebevoll und perfekt organisiert durch Familie Angelbeck, erlebte das schwärzeste Wochenende seiner Geschichte, als ein Pferd am Abend nach dem Wettbewerb auf der Paddockwiese ausbrach und eine Massenpanik auslöste – für ein anderes Pferd mit fataler Folge, weitere wurden verletzt, Autos und Hänger demoliert. Dennoch hatten Pferde und Reiter – darunter auch etliche Starter aus Berlin-Brandenburg – am Vortag Höchstleistungen vollbracht, deren Ergebnislisten uns jedoch aus nachvollziehbaren Gründen noch nicht vorlagen. Mindestens genauso wichtig wie die Resultate sind jedoch die Reflexionen der Teilnehmer und Betroffenen, die alle von großer Solidarität unter Reitern, Tierärzten und Veranstaltern bei der Bewältigung der Extremsituation zeugten.

Im sächsischen Schilda hatte ein Wochenende zuvor die inzwischen sehr beliebte Schildbürger-Distanz stattgefunden, wobei die Sachsen ihren Heimvorteil ausspielten und die wichtigste Prüfung nach Hause holten: Elaine Kühlmann und Friedrike Schwarz sicherten sich den Sieg im LDR über 95 km (13,7 km/h). Immerhin sah man hier die 14jähige Brandenburger Jugend-Vizemeisterin Maria Hanssen aus Berlin mit Habibti in 11,26 km/h auf Platz drei. Den MDR über 80 km nutzen unsere Landestrainerin Michaela Wilczek und Clara Haug (MVP) erfolgreich zur CEI-Qualifikation ihrer Nachwuchspferde Carhim des Aubergines und Gold Boy. Sie kamen gemeinsam nach 06:50:00 h ins Ziel. Über 69 km gab es einen dritten Platz für Mara Schima (Schönwalde) mit Princess Safiza hinter Markus Jäschke aus Sachsen und der Thüringerin Agnes Thieme. Bei der mittleren Fahrt imponierten einmal wieder Michaela Rüthnicks Ponys Anton und Stourton Henry im Zweispänner auf Platz eins.

Auch zwei Wochen später in Düben trabte das unverwüstliche Gespann aus Nuthetal auf Platz drei, diesmal über 75 km. Diese interessant besetzte Fahrprüfung wurde von dem hessischen Championats-Fahrer Manfred Wanitschka mit seiner 7jährigen Traberstute Astoria in 04:56:00 h gewonnen – vor dem bemerkenswerten Maikäferl, einer gerade einmal 107 cm messenden Shetlandpony-Stute, deren äußere Maße über die innere Größe hinwegtäuschen. An den Leinen von Annette-Marie Schmidt (Bad Harzburg) brauchte der elegante Mini-Rappe gerade einmal 48 min länger als die 1,59 cm große Konkurrenz! Über 50 km steuerte Alexandra Simchen aus Doberlug-Kirchhain die (noch 7 cm kleinere) Unessa in einer Fahrzeit von 04:51:00 h über die Strecke. Nur 02:56:00 h benötigte die schnellste Reiterin für diese Distanz: Gabi Vogel aus Thüringen mit dem Vollblüter Sir Sharpo. Auf Platz zwei galoppierte Gerun Golde mit Mandy xx vor Sven Lüdecke mit Eros x.

Sowohl in Schilda (55 km in 03:12:00 h) als auch in Düben (75 km in 04:22:00 h) siegreich war Veit Koppe aus Sachsen mit einem seiner CEI-Pferde, dem selbst gezogenen Trakehner Filou Rouge. In Schilda saß ihm dabei wiederum Gerun Golde mit Mandy im Nacken, in Düben teilte er sich den Sieg mit Kerstin Michelmann (Barby) und Farha. Karina Starost aus Lehnin belegte mit Daytona in dieser Prüfung Platz drei vor der Berlin-Brandenburger Landesmeisterin Rilana Sansour mit Kazaam.

Gut angenommen wurde die Kombination aus Leistungsprüfung und Lehrgangsangebot mit Distanztierarzt Martin Grell am Vorabend des Rittes in Schilda – eine ausbaufähige Möglichkeit, gerade auch unerfahrenen Reiter Wettkampfsicherheit zu vermitteln.

Miriam Lewin

Reitenund Meer im März, Finowtal im April

Distanzritte im Osten

Nach einer gut besuchten Auftaktveranstaltung im Februar war in Brandenburg zunächst kein Distanzritt mehr ausgeschrieben. Daher wurden dankbar die Wettkampfangebote in den Nachbarregionen angenommen. Anfang März reiste eine kleine Truppe Unermüdlicher zur Erstveranstaltung „Reiten und Meer“ auf dem Darß. Über 45 km, doch immer noch in vernünftigen 10,3 km/h, ritt hier Maria Liegener ihre 16jährige Gaja zum Sieg über Michaela Wilczek mit C‘est la Vie und Maike Grell mit Veni Vedi Vici. Drei Wochen später landete das Siegerpaar beim Mehrtagesritt in Ahrendsee (Sachsen-Anhalt) auf Platz zwei mit 118 Wertungskilometern in 11,5 km/h hinter der Siegerin Maria Lippert auf Al Mashhar Al Azim (133 km in 11,6 km/h). Beim MTR über 73 km tummelten sich hier Renan Borowicz mit GB Aslan Jamil (13,6 km/h) sowie Anne-Kathrin Melles mit Gold Boy und wiederum Michaela Wilczek mit C‘est la Vie (beide 13,6 km/h) und auf den Plätzen eins und zwei. Gundula Barth, die mit Seahorse auch schon erfolgreich auf dem Darß unterwegs gewesen war, ritt den Traber Anfang April in Neu Lübtheen in zwei Tagesetappen auf Platz drei über 119 km. Gewonnen wurde dieser Wettbewerb vom Deutschen Vizemeister Bernhard Dornsiepen mit Bekele el Djem und Kasaar unter Wiebke Angelbeck. Auch Judith Schillmann mit Reichsgräfin (91 km) und Anne-Kathrin Melles mit Pagur (85 km) waren hier mit von der Partie. Schon zwei Wochen zuvor hatte Gundula Barth am selben Veranstaltungsort mit ihrem zweiten Pferd Doubletime über 110 km ebenfalls Platz zwei belegt hinter Archie Jürgen Deneke mit Edils Evolution.

Am 14. April gab es mit der Finowtaldistanz dann endlich wieder eine Veranstaltung in Brandenburg. Und wieder waren es Maria Liegener und Gaja, die man beim MDR vorne sah. Gemeinsam mit Aileen Hoffmann und FH Docs Little King und Bertholt Flick mit Quiara absolvierte sie die 71 km in 10 km/h. Michaela Rüthnick beendete die LDF mir ihren beiden Ponys Anton und Sourton Henry in 11,1 km/h bei Kilometer 60 in der Wertung und steuerte die beiden am Folgetag noch einmal über 28 km, während Cornelia Rüthnick mit Falko und Teja im Zweispänner erfolgreich 43 km zurücklegte. Beim KDR über 43 km teilten sich Gerun Golde mit ihrer Vollblutstute Mandy und Maxine Zarkzewski mit Don Camillo in 15,8 km/h den Sieg vor Uwe Schiller mit Kazaam und der Landesmeisterin Rilana Sansour mit Gretna Green (15,5 km/h). Uwe Schiller und Rilana Sansour sah man am nächsten Tag auch noch einmal beim gut besetzten Einführungsritt, wo sie ihre beiden Pferde Kölner Princess und Schickeria ebenso wie Nico Masera seinen Larry auf die Minute genau in Tempo 5 (12 km/h) über den Kurs steuerten.

Erwähnent sei in dieser Aufzählung noch der Triebischtalritt in Sachsen am ersten Aprilwochenende – eine Erstveranstaltung der Familie Koppe in Steinbach, bei der die sächsischen Reiter diesmal jedoch weitgehend unter sich blieben.

Miriam Lewin

Schönwalde (Glien) 25. Februar 2018

Mut zur Strecke …

… nennt die Regionaltrainerin Distanzreiten Michaela Wilczek ihre neu ins Leben gerufene Veranstaltungsserie, die sich sowohl an Distanz-Einsteiger als auch an gestandene Sportler wendet. Ganz behutsam starteten Neulinge und „Wiederholungstäter“ am letzten Februar-Wochenende mit 40, 25 oder 15 (WBO)-Kilometern in die Saison. Um auch Anfänger und Quereinsteiger abzuholen, fanden die auf der Reitanlage TI Sportpferde von Tahani Ibrahim in Schönwalde ausgetragenen Wettbewerbe in Verbindung mit einer Seminarveranstaltung rund um den Distanzsport statt. Ziel der Veranstalter ist es, den Distanzsport im gesamten Reiterlager als Spaß für jedermann und Ausgleich für jedes Sportpferd zu etablieren. Mit ihrem vielseitig ausgebildeten Warmblüter DSP C’est la Vie, den sie diesmal Anna Tiede zur Verfügung gestellt hatte, geht die Regionaltrainerin seit jeher mit gutem Beispiel voran. Anlagenbetreiberin Tahani Ibrahim und Stallgenossin Patricia Ziegert zogen nach und nahmen mit den Dressurhengsten Stardust und Sambas Dark erfolgreich 25 Kilometer in Angriff. Es gilt, das alte Motto des Distanzsports „Alle Reiter, alle Rassen“ wieder zu etablieren und die Disziplin aus der Schmuddelecke herauszuholen, in die sie dank der pferdeverachtenden Praktiken einiger Wüstenstaaten gern von stigmatisierenden Medien gestellt wird. Mit einem Sanddünenrennen hatte der Winterritt in Schönwalde bei frostigen Minusgrade und hart gefrorenen Böden ungefähr so viel zu tun wie eine Polarexpedition mit der Ralley Dakar. Mut zur Strecke brauchte es dennoch in der Tat, denn man reite erst einmal auch nur 15 km im Schritt und Schaukeltrab bei klirrenden -10° C! Umso bewundernswerter alle, die diese Herausforderung meisterten! Auf gut 10 km/h und damit LK 2 brachte es das Führungstrio über 40 km, bestehend aus Julia Naumann mit dem Araber GB Aslan Jamil, Bertholt Flick mit der Oldenburger Stute Quiara und Judieth Schillmann mit dem 22jährigen Super-Norweger Holger Loki.

Während man in Glien der zweiten Veranstaltung am 21. Juli, dann allerdings als Landesmeisterschaft über 120 km und 90 km (Junioren) entgegenblickt, zog es das Gros der mutigen Brandenburger Distanzreiter Anfang März tatsächlich in die Sanddünen – zum ersten „Reiten und Meer“ auf dem Darß.

Miriam Lewin

Zernikow am 30. September/1. Oktober 2017

Herbstdistanz

Gut Zernikow veranstaltete in diesem Jahr einen Mehrtagesritt, der auch in Teilstrecken geritten werden konnte, wobei der 84-km-LDR als Kartenritt ausgeschrieben war. – Und interessanterweise verritten sich auf den markierten Kurzstrecken einige, während die Kartenreiter anscheinend problemlos Weg fanden. In der ersten Tagesetappe siegte Franziska Finkel (Erlau) mit der 7jährigen VA-Stute Zhaji El Aziz in 11 km/h vor weiteren fünf Reitern, die gemeinsam auf Platz zwei kamen, als da waren Judith Schillmann mit dem unverwüstlichen 21jährigen Norweger Holger Loki, Maria Lippert mit Al Mashhar Al Azim und Sonja Becker mit Amurath Chenook, die zwei Gästen aus Kuweit Pferde zu Verfügung gestellt hatte: Al Kafeet Mohammad, der auf IS Piroshka saß, und Alajmi Faisel im Sattel von Amurath Shashima. Den Sieg über die gesamte MTR-Strecke über 140 km erritt Carolin Fleischer (Dippoldiswalde) mit der Holsteiner Stute Cantana vor Michaela Wilczek, deren C’est la Vie hier ein schönes Comeback feierte, und Maria Liegener bei ihrem ersten MTR mit Gaja auf Platz drei.

Hans-Joachim Rühlemann (Berlin) ließ mit Chorista auf der Kurzstrecke über 55 km in 14,2 km/h nichts anbrennen, wurde aber dicht gefolgt von der erst 11jährigen Jolie Jäschke auf Shirkan und Natascha Schlegel auf Buck-Kid-Pride. Jolies zwei Jahre ältere Schwester Jamie hatte verantwortungsbewusst das Tempo herausgenommen und kam mit ihrem Pharao 40 Minuten später ins Ziel.

Miriam Lewin

LM in Britz am 2. September 2017

Traberpower in Britz

Mit Bravour und 44 Minuten Vorsprung erritt Rilana Sansour (Liebenwalde) am 2. September in Britz den Landesmeistertitel im Distanzreiten. In der 120 km langen Prüfung steuerte sie ihre 12jährige Gretna Green in 08:31:00 (14 km/h) zum Sieg. Über diese Streckenlänge startete die große Traberstute, die von ihrer Reiterin über Jahre hinweg kontinuierlich aufgebaut worden ist, hier zum ersten Mal. Somit war dieser verdiente Sieg weder eine Überraschung noch eine Eintagsfliege, sondern das Resultat gezielter Vorbereitung – jedoch umso erfreulicher und bemerkenswerter, da Gretna Green in der vergangenen Saison verletzungsbedingt pausieren musste!

Gleich drei Vollblutaraber-Hengste gingen in der Landesmeisterschaft an den Start, und mit Pagur unter Anne-Kathrin Melles (Berlin) und Jilfan Assalaam unter Anne Knierim (Berlin) lieferten sich zwei von ihnen ein rasantes Finish um Platz zwei, nur knapp gefolgt von AV-Wallach Hamdani Ashhira unter Birgit Kurek, der Landesmeisterin von 2015. Dabei setzte sich der im Gestüt Elchniederung als Deckhengst aufgestellte Pagur in 09:15:00 gegen den von den Geschwistern Knierim stets sehr behutsam eingesetzten Distanz-Routinier Jilfan Assalaam durch. Nur um je eine Minute getrennt hatten diese drei Pferde die Strecke mit knapp 13 km/h absolviert. Mit 11,9 km/h belegte der Traber Doubletime unter Gundula Bath (Kyritz) Platz fünf. Als dritter Hengst im Bunde konnte Hadi die Pegaso unter Valentina Scholz (Berlin) die Prüfung nach 86 km ebenfalls in der Wertung beenden.

Den Jugendmeistertitel erkämpfte sich Nicole Gust (Teltow) mit ihrer 14jährigen Traberstute Honestly Diamant im Finish gegen Maria Hanssen (Berlin) mit der Araber-Ponymix-Stute Habibti in 05:12:00 (16,5 km/h). Auch für die 20jährige Landesjugendmeisterin kam der Erfolg nicht unerwartet, sondern stand am Ende einer gründlichen, jahrelangen Vorbereitung. Und selbst die 13jährige Vizemeisterin überraschte nicht, hätte sich die ambitionierte Nachwuchsreiterin bei anderer Konstellation doch schon im letzten Jahr der Konkurrenz um den Titelgewinn gestellt. 24 min nach den beiden Erstplatzierten ritt Julia Neumann mit GB Aslan Jamil ox in 15,3 km/h auf Platz drei, nur zwei Minuten später kam Katharina Gericke mit Aman ox ins Ziel.

Insgesamt waren beide Wettbewerbe erfreulich gut besetzt, und mit je einer Reiterin pro Prüfung blieb auch die Non-Qualifier-Quote im Rahmen.

Leider hielten sich die Starterzahlen der drei Begleitritte mit insgesamt 17 Reitern sehr in Grenzen. Den MDR über 67 km sicherten sich Mutter und Tochter Lege mit Alya ox und dem bewährten Warmblüter Baldo in 05:02:00 (13,3 km/h) vor Annika Handschuck mit Coheyla Sam Sara und Ines Fleischhauer mit Emporium. Beim KDR über 51 km siegten Beatrice Danielski mit dem Holsteiner Yolando Be Cool und Christiane Kirsten mit dem Araber Shaitan.

Einige interessante Teilnehmer zeigten sich beim Einführungsritt über 40 km. So sah man Michaela Wilczek mit dem Nachwuchspferd Gold Boy, einem 5jähren Vollblutaraber-Wallach, während sie ihren Routinier C’est la Vie Anna Thiede zur Verfügung gestellt hatte. Mit Carhim des Aubepines, einem großrahmigen Angloaraber, konnte man den 5jährigen Nachwuchs im Stall der international erfolgreichen Clara Haug in Augenschein nehmen. Und last but not least nutze Maike Grell den Ritt als „Einstellungstest“ für die inzwischen in ihr Quartier übergewechselte 7jährige Trakehner Halbblutstute Vanga (Veni Vidi Vici). Von diesen Pferden – und natürlich ihren Reiterinnen – werden wir in den kommenden Jahren hoffentlich noch viel hören.

Das freundlich-familiäre Ambiente vor herrlicher Landschaftskulisse auf dem Ponyhof Britz sorgte für den passenden Rahmen für diese Landesmeisterschaft.

Miriam Lewin

Stechlin am 15. Juli und Ruppin am 12. August 2017

Kein Sommerloch in Brandenburg

 

Zwei Distanzveranstaltungen sorgten dafür, dass zwischen der Deutschen Meisterschaft in Neustadt (Dosse) und der Landesmeisterschaft in Britz kein Sommerloch entstand: Der 7. Distanzritt durch die Stechliner Forst am 15. Juli mit Ritten und Fahrten von 31 bis 95 km und die 5. Ruppiner Distanz mit Wettbewerben von 25 bis 70 km. Den LDR in Stechlin nutzte Anne Käselitz (die spätere Dritte der Sachsen-Meisterschaft) als Trainingsritt für ihre Abrexina und siegte gemeinsam mit Maria Lippert auf Al Ashar Al Azim. Nicole Gust, spätere Berlin-Brandenburger Landesjugendmeisterin, ritt ihre Traberstute Honestly Diamant zum Sieg über 75 km. Im KDR finishten Uwe Schiller und Martina Baumann ihre Pferde Sharivar xx und Hamdani Mishal ox in 13,7 km/h gemeinsam auf Platz eins. Erfolgreich absolvierte hier auch die Fahrerin Sarah Schulle die 75 km mit dem New Forest Pony Pico, die ebenso in Ruppin noch einmal über 40 km zum Sieg steuerten. Auch diese Veranstaltung stand im Zeichen der Vorbereitung auf die Landesmeisterschaften. Vizemeisterin in spe Anne-Kathrin Mellies brachte den VA-Hengst Pagur an den Start und sicherte sich gemeinsam mit Hans-Joachim Rühlemann und Corista den MDR über 70 km, während Michaela Rüthnick dieselbe Distanz mit dem bemerkenswerten Shetty-Wallach Anton fuhr. Ihren zweiten KDR-Sieg in Folge holten Uwe Schiller und der Englische Vollblüter Sharivar in 16,4 km/h vor GB Aslan Jamil, geritten von Renan Borowicz. Einige prominente Reiter nutzten den 40-km-ER als Trainingsstrecke, so Rilana Sansour mit Traber Kazaam, Judith Schillmann mit WA Bashir ox, Nicole Gust mit Gold Boy ox oder Michaela Wilczek mit C’est la Vie.

 

Miriam Lewin

CEI & DM Neustadt (Dosse) am 24. Juni 2017

Deutsche Meisterschaften im Distanzreiten

Am 24. Juni 2017 war Neustadt (Dosse) nach 1999 zum zweiten Mal in der Geschichte des Distanzsports Austragungsort der Deutschen Meisterschaft und Jugendmeisterschaft.

Anne Wegner aus Hannoversch Münden wurde neue Deutsche Meisterin. Mit ihrem achtjährigen Vollblutaraber-Wallach Salamah ibn bint Khazzan Adjawad aus eigener Zucht setzte sie sich in einem rasanten Finish gegen Bernhard Dornsiepen jun. mit Rio und Dunja Kolossa mit Bekele el Djem durch. Die 27jährige errang damit ihren ersten Senioren-Titel, nachdem sie 2016 bereits Bronze erritten hatte und in den Jahren 2008 und 2011 Jugendmeisterin geworden war. Ihre Reitzeit betrug 09:17:08 (17,45 km/h), von ihren Verfolgern nur durch Sekundenabstände getrennt. Bernhard Dornsiepen jun. (Balve), der „ewige Zweite“, war bereits bei den DM 1997, 2003, 2012 und 2016 auf den Rängen zwei oder drei platziert. Mehr als nur ein Trostpflaster war am Ende jedoch der Konditionspreis für seinen Reitpony-Wallach Rio. Für die ebenfalls aus Balve kommende Dunja Kolossa war es die erste DM-Medaille. Die drei Reiter entschieden damit auch den CEI3*-Ritt über 162 km für sich. Den nationalen LDR zur DM gewann Mayke Kalms (Essen) mit ihrem 10jährigen Arasier-Wallach Astrachan in 10:13:30 (15,85 km/h) und belegte damit Platz 4 der DM-Wertung. Auch an Astrachan wurde der Best Condition vergeben. Mit 24 Teilnehmern war das Starterfeld bei den Senioren außergewöhnlich gut besetzt.

Den Jugendmeister-Titel sicherte sich zum dritten Mal in Folge die Rotenburgerin Moira al Samarraie mit ihrer 15jährigen Shagya-Araberstute Zarah in 06:56:55 (17,42 km/h). Auch hier gab es einen packenden Endkampf, in dem Noira al Samarraie ihrer Schwester wie schon im Vorjahr nur knapp unterlag. Nachdem sie 2015 und 2016 mit Famosa auf die Medaillenränge geritten war, errang sie diesmal den Vizemeistertiel mit der 10jährigen Anglo-Araberstute Warsana. Beide Reiterinnen sicherten sich damit auch die ersten Ränge im CEIJYR2* über 121 km, Zarah erhielt zudem den Best Condition. Die national startende Verena Meyer aus der Trainingsgruppe von Lisa Falk erritt dem 8jährigen Vollblutaraber Elox Rang drei, den Sieg im Junioren-LDR sowie den Konditionspreis der nationalen Prüfung.

Sowohl Anne Wegner als auch die 18jährige Moira al Samarraie und ihre 16jährige Schwester Nayla gehören der neu geschaffenen Perspektivgruppe Distanzreiten beim DOKR an. „Die Perspektivgruppen-Mitglieder haben sich hier super präsentiert, für uns ist das eine Bestätigung, dass wir die richtigen Leute für dieses Förderprogramm identifiziert haben und lässt uns für die Zukunft hoffen“, so Disziplin-Koordinator Nico Hörmann (Berlin), der die Perspektivgruppe beim DOKR betreut.

Internationale und nationale Begleitritte rundeten die Veranstaltung ab. Den CEI2* 121 km gewann Sarah Hahn mit Insh Allah Nazar ox in 09:52:30 (12,25 km/h) vor der Dänin Elen Munksoe mit Wisdoms Al Fahl ox (12,01 km/h). Den ebenfalls stark umkämpften CEI1* über 81 km entschied in 05:12:22 (15,56 km/h) Heike Ganster mit dem Partbred-Araber Aurieres d’Aurieres hauchdünn für sich vor den beiden Niederländerinnen Carmen Römer mit Domino und Marikje Wisser mit L. I. Wallonia. Insh Allah Nazar und Aurieres d’Aurieres erhielten außerdem den Best Condition Award.

Ein starkes Feld aus Sachsen belegte beim LDR über 121 km die Ehrenränge hinter der tschechischen Siegerin Lucie Krejcová auf Lamia (07:42:29 in 15,70 km/h). Auf Platz 2 ritt Luisa Höer (Dresden) mit Le Pars (07:57:56 in 15,20 km/h), der auch den Konditionspreis bekam. 45 min später folgten in Sekundenabständen Anne Koch (Großröhrsdorf/Sachsen) mit Bonitah, Antje Weida (Niedersachsen) mit M. Ghayatan Laziz und Sven Lüdecke (Riesa/Sachsen) mit Eros. Friederike Schwarz (Dresden) konnte den LDR 162 mit ihrer Warmblutstute Mona Lisa vorzeitig bei 146 km in der Wertung beenden.

Den LDR über 86 km gewann Katharina Witt (Niederorla/Thüringen) mit ihrer Ponystute Coco Chanel in 05:37:05 (15,31 km/h) vor Doris Kraft (Duisburg) mit Ashanti und Rilana Sansour (Liebenwalde) mit ihrer Traberstute Gretna Green.

Die beiden MDR wurden von Tanja Elezovic mit Chatham Park Avalon knapp vor Hans-Joachim Rühlemann mit Corista und Daniela Kübbeler mit Padjera (80 km) sowie von Sarah Müller mit Navetta vor Tochter und Mutter Hanssen mit Habibti und Armangac (64 km) gewonnen.

Beim KDR hatte Daytona unter Karina Starost die Nase knapp vor Bo Kasheena unter Natascha Schlegel. Auf den nächsten beiden Plätzen folgten, ebenfalls im Sekundenabstand Ina Löckelt mit Blokpost und Erwin Müller mit Lahischa. Insgesamt hatten sich über 100 Teilnehmer auf den Weg nach Neustadt (Dosse) gemacht.

Die Veranstaltung war am Donnerstagabend mit einer begeistert aufgenommenen Gestüts-Show eröffnet worden. Ein schweres Unwetter hatte am selben Tag für einige Verwüstungen durch umgestürzte Bäume auf der Strecke gesorgt, aber auch für elastisches Geläuf und ideales Reitwetter bei Temperaturen um 20°C. Dass vor allem einige von weiter her angereiste Starter die flachen, naturbelassenen brandenburgischen Strecken unterschätzt hatten, zeigte eine Qualifier-Quote von 53,6 % bei den CEI-Ritten, was jedoch im internationalen Maßstab ein vollkommen üblicher Schnitt ist. Bei den nationalen Ritten gab es eine erfolgreiche Ankommer-Quote von 66,2 %, und rechnet man die ambitionierten Meisterschafts-Ritte heraus, konnten sich am Ende sogar 73,7 % in der Wertung qualifizieren.

Einen besseren Gastgeber und Austragungsort als die Neustädter Gestüte hätten die Distanzreiter sich nicht wünschen können. Es war nicht allein die großartige Kulisse und das Gefühl, als Distanzsportler nicht nur geduldet, sondern herzlich willkommen zu sein, sondern die tatkräftige Unterstützung der Gestütsmitarbeiter, die den reibungslosen Ablauf des Wettkampfes ermöglicht und den Distanzreitern ein unwiederbringliches Erlebnis beschert haben.

Überschattet wurde die Veranstaltung durch den Tod des Pferdes Amira der DM-Teilnehmerin Ursula Klingbeil. Kurz vor Erreichen des 4. Vet-Gates erlitt die Stute, die zu diesem Zeitpunkt ruhig getrabt wurde, eine plötzliche Muskelverletzung und wurde sofort durchpariert. „Die Verletzung zwar sehr schwer, aber nicht tödlich“, äußerte sich die Reiterin später auf Facebook. „Wir haben entschieden, dass sie ein Weiterleben mit Leiden nicht verdient hat. Als Tierarzt und Pferdemensch geht mir das Wohl der mir anvertrauten Tiere über alles. Daher hat unsere Familie sich so entschieden. Eine solche Entscheidung ist sehr, sehr schwer und ist nicht leichtfertig getroffen worden.”

Miriam Lewin