Rundbrief der Regionalbeauftragten in Corona-Zeiten

Liebe Distanzsportler,

wir haben in der vergangenen Woche viele Gespräche u.a. auch mit den Veranstaltern in unserer Region geführt, um uns ein Stimmungsbild zu machen und um eine alternative Saisonplanung in Zeiten der Corona-Krise – soweit denn überhaupt möglich – aufzustellen. Die vorläufige Saisonplanung findet ihr hier: https://go-far.de/termine/termine-2020/ . Natürlich können auch diese Wettbewerbe nur stattfinden, wenn Sportveranstaltungen wieder erlaubt sein sollten.

In den Gesprächen haben sich vielfach ähnliche Grundeinstellungen herauskristallisiert, obwohl natürlich jeder aus seiner individuellen Lebenssituation heraus die Einbußen oder auch Chancen für unseren Sport und den Wettbewerbsbetrieb unterschiedlich bewertet.

Nur zu verständlich ist der Wunsch einiger Sportler, möglichst rasch wieder zur Normalität zurückzukehren (wer möchte das nicht?) und bald wieder auf Distanzwettbewerben starten zu können. Doch bei reiflicher Überlegung sollte uns klar werden, dass dies aus der jetzigen Shut-Down-Situation heraus eigentlich gar nicht mehr geht.

Ist denn ein fairer Wettkampf in dieser Saison überhaupt noch möglich? Wenn einige Pferdesportler die Pferde am Haus zu stehen haben und im angrenzenden Wald weitertrainieren konnten, andere aber seit Wochen nur noch unter starken Beschränkungen ihre Pferde notbewegen durften, ist da noch Vergleichbarkeit gegeben? Ist es fair, jene zu belohnen, die nicht abtrainiert und sich nicht an das Gebot der Vernunft gehalten haben, das Risiko bei der Ausübung unserer Sportart weitgehend zu reduzieren? Haben wir unseren Ehrgeiz alle so weit unter Kontrolle, später in der Saison keine schlecht trainierten oder vorschnell auftrainierten Pferde im Wettkampf zu überfordern? Sollten wir eventuell sogar die Chance des Stillstandes einmal nutzen, um durchzuatmen und nicht gleich wieder mit Tempo 100 loszulegen, sobald wir es wieder dürfen? Gibt es, wenn das gesellschaftliche Leben dann endlich wieder zur Normalität zurückgekehrt sein sollte, wir aber aller Voraussicht nach in einer erheblichen ökonomischen Krise stecken werden, vielleicht ganz andere Prioritäten – privat, gesellschaftlich, finanziell – als auf Distanzritte zu fahren? Vielleicht werden einige Distanzsportler feststellen müssen, dass sie sich das gar nicht mehr leisten können, ebenso wie einige Veranstalter sich derzeit auf das finanzielle Risiko eines Distanzrittes nicht einlassen möchten, denn gerade die einträglichen MDR und vor allem LDR drohen wegzubrechen.

Das Argument unserer Landestrainerin Michaela Wilczek, dass kleine Wettbewerbe (so erlaubt) gegen Ende Saison begrüßenswert wären, um die Gemeinschaft der Distanzreiter zusammenfinden zu lassen, greifen wir gern auf. Man kann sich aber auch zum gemeinsamen Ausritt, zum Wander- oder Trainingsritt ohne Wettkampfbedingungen zusammenfinden. Alle Veranstalter, die ihre Ritte in dieser Saison abgesagt haben, werden zu gegebenem Zeitpunkt entsprechende Angebote unterbreiten. Und mit fünf Euro in der Kaffeekasse ist dann auch für Eintopf und Getränke beim anschließenden gemütlichen Miteinander gesorgt.

Bleibt gesund!
Euere Regionalbeauftragten
Stefan Kremzow und Miriam Lewin